Diskussion »Wellenbau Sill Innsbruck«

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  1. TP seit 2001

    306 Posts

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    Hallo Paddlers,
    An der Sill in Innsbruck wurde letzten Winter mit großem Aufwand eine Welle gebaut. Das Potential dort ist riesig; leider funktioniert die Welle bisher noch nicht. 
    Auf Facebook gibts eine Seite dazu:
    Facebook/Surfwelle Sill Innsbruck
    Wir haben es vor ein paar Wochen angesehen und ich habe heute ein Statement an die Verantwortlichen gesendet, das sich im Wesentlchen mit dem folgendem Text deckt:
    Einschätzung Sillwelle

    Ich bin ein - sagen wir mal - "passionate" WW- und
    Freestyle-Paddler und arbeite seit 20 Jahren als Diplomingenieur. Die
    Kombination ist ganz hilfreich und mit Freunden haben wir erfolgreich die Wellen von Graz
    und am Almkanal in Szbg gebaut.
    In Summe haben wir einiges Wellenbau-Know-how
    zusammengetragen.
    Dzt. laufen wieder 2 ev. 3 neue Wellenprojekte. Daher waren
    wir an der Sillwelle sehr interessiert u Dr. Manuel Köhler und ich haben sie
    bei Sommerwasser besichtigt. (Pegel Sill 150, Inn 350 cm)

    Warum entsteht an der
    Sill dzt. keine Welle

    =====================================

     Die laminare Stroemungsgeschwindigkeit
    auf der Rampe ist beeindruckend und hat ein gewaltiges Potential. Warum
    ensteht  dzt. trotzdem keine welle,
    sondern ein ziemlich gefährlicher Rücklauf?

    1.            Das
    Wasser fließt unterhalb der Welle zu langsam ab.
    … und zwar, weil es unterhalb zu tief ist; weil es im
    Unterwasser ein Gegenwehr gibt und auch, weil der Inn hereinstaut.
    2.            Der
    Wasserspiegel unterhalb der Welle ist (aus obigen Gründen) zu hoch (ca. 1m über
    dem anfließenden Wasser)
    3.            Der
    Spoiler, (= das waagrechte Stück der Rampe), der die Welle ausloesen soll, ist
    entweder zu tief oder nicht vorhanden. (In der Diplomarbeit, in der das geplant
    wurde, war er vorgesehen.)

    Das Problem bei so einem Bau ist nach meiner Meinung bzw.
    Erfahrung, dass die Mess- und die Bauungenauigkeiten rel. groß sind. Das muss
    also so konzeptioniert sein, dass sich Ungenauigkeiten nicht auswirken. Da
    haben wir in Graz 2003 aus schmerzlichen Erfahrungen gelernt.

    Was ist zu tun, um
    die Welle zum Laufen zu bringen:

    ===============================================

    1. Einen Spoiler einbauen, um die welle frueher bzw.hoeher
    auszuloesen.
    -----------------------------------------------------------------------------------------
    Am Eisbach haben die Surfer relativ einfach ein Brett an Schnüren
    hineingehängt;
    Das könnte man versuchsweise auch probieren; Ev könnten das auch ein paar beherzte Locals einfach machen. (wobei auszuprobieren ist, ob ein Breitt reich, oder ob das wegen dem
    Wasserdruck aus
    Stahl sein muss.)
    Am Almkanal habe wir eine ähnliche Spoiler-Konstruktion realisiert.
    Um die ideale Position zu finden, würden wir Versuche direkt
    an der welle machen: indem ein hoehnverschieblichen spoiler (ein dreieckiger
    stahlbalken) an seilen auf u nieder gezogen wird. Im Prinzip könnten die Locals
    auch mal selbst probieren.
    Wir glauben, dass man so möglicherweise auch ohne Umbau eine
    welle zustande bringt. Allerdings ohne Kehrwasser.


    2. Das wasser unter der welle im Winter seichter machen.
    Dadurch wird die Abflussgeschwindigkeit höher (v=Q/A).

    3. Das Gegenwehr niedriger machen und so den Gegenstau
    reduzieren. (-->ebenfalls höhere Abflussgeschwindigkeit) Idealerweise verstellbar.

    4. Ev. auch seitliche Einschnürungen, um die Welle
    auszuloesen.  das müßte man ausprobieren, ob es was nutzt)
    5. Verstellbare Einbauten wie in Salzburg oder am Eisbach
    wären extrem vorteilhaft.
    Wie jeder Paddler/Surfer weiß, können kleine Änderungen an
    der Welle sehr große Auswirkungen auf die Surfbarkeit haben.

     Es wird nicht ganz leicht sein, diese Welle dort zum Laufen
    zu bringen, weil die Welle so nah am Niveau des Inns gebaut ist.
    … aber mit den richtigen Maßnahmen müßte es möglich sein.
    Das Potential der Stelle ist ja gewaltig (Wassermenge,
    Höhenunterschied, Gestaltungsfreheit). Mit dem Höhenunterschied könnte man
    eingentlich ein Nile Special zusammenbekommen.

    Stay wet
    Michael Strömer

  2. Stefan Steffel11.09.11 11:07

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    Hallo Michael,

    ist daß jetzt ein Verbesserungsvorschlag?

    Zur Info: Die Stadt Innsbruck bekommt fast täglich
    Verbesserungsvorschläge von Surfern und Kajakern die es alle gut meinen und irgendwie helfen wollen!

    Die Gegebenheiten sind bekannt und die zuständigen Ing. und
    Dr. der Bauträger arbeiten auf Hochtouren!
    Diese Sportstätte ist in seiner Art einzigartig und wurde
    zudem, im Gegensatz zu vielen Studien von Studenten, Ing., Prof. etc.,
    realisiert und blieb nicht lediglich beim Modellversuch. Auch wurde paralell dazu das Projekt am Almkanal  realisiert.

    Riesiges Potenzial hat es, daß ist aber in dem Fall auch mit
    hohen Kosten bei der kleinsten" Abänderung verbunden (220t Kran etc.).

    Für die Stadt Innsbruck eine große Herausforderung, zumal
    sich die Gegenparteien schon die Hände reiben.

    Kann man nur hoffen, daß  die Selbstdarsteller und Kritiker aus unserer Ecke fair und
    realistisch bleiben und bei dieser Hetze nicht mitmachen.  --es ist meiner Meinung nach unserem
    Sport nicht dienlich.

    LG,
    Stefan

  3. TP seit 2001

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    Hallo Stefan,
    kein Problem. Mit war nicht bewußt, dass du da so involviert bist.
    Lies dir unsere Überlegungen einfach durch. Vielleicht ist was für Dich/euch dabei. 4 Augen sehen oft mehr als zwei. Ist ja nicht schlecht, auch andere Meinungen zu hören.
    Das Problem mit den "Ingenieuren und Doktoren" ist halt, das die sich im Normalfall nur 1 oder 2 mal mit einer Welle beschäftigen bzw. eine bauen... und dass kleine Höhen- oder Geschwindigkeitsunterschiede im normalen Wasser- oder Kraftwerksbau eher egal sind; aber bei einer Welle einen großen Einfluss haben können.  
    Anyway, wir wollen sicher alle, dass die Sill was wird.
     LG
    Michael